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Festplatten nach Verlust des RDB restaurieren

Festplatten nach Verlust des RDB restaurieren

Mit freundlicher Genehmigung von Martina Jacobs

Hinweis: Seit AmigaOS 3.5 kann die HDToolBox zu jeder Festplatte eine Mountdatei speichern, ein Text-File welches alle Daten zur Partitionierung enh?lt. Dies macht die im Folgenden beschriebene Prozedur unn?tig.

Der Schreck ist gro?, wenn Dein Amiga aus irgendeinem Grund pl?tzlich eine Festplatte mit wichtigen Daten nicht mehr "erkennt". Dann hei?t es Ruhe bewahren und nicht wild am System herumdocktorn. Zuerst mu? man wissen, wie der Amiga Festplatten ?berhaupt identifiziert.

Beim Einrichten einer Platte mit der HDToolBox (HDInstTools, SCSIConfig, etc.) werden die "Erkennungsdaten" der Festplatte in den sogenannten RDB (RigitDiskBlock) auf die Platte Geschrieben. Dazu geh?ren das/die verwendete/n FileSystem/e, die Partitionierung (Anfgang und Ende jeder Partition, deren Namen [DH0:, DH1: ect.]), Mask, MaxTransferrate, bootbar oder nicht, Bootpriorit?t und Bootblock. All das findet der Amiga beim Hochfahren in den ersten beiden Bl?cken der Platte, weshalb diese auch immer als "reserved" gekennzeichnet sind und vom User nicht zur Datensicherung genutzt werden k?nnen. Ohne diese Daten findet der Rechner zwar die Festplatte, kann auf diese aber nicht zugreifen und Tools wie die HDToolBox melden eine Festplatte als "unknown".

Nicht jeder hat die M?glichkeit von gro?en Datenmengen aktuelle Backups zu machen; manch eine/r ist dazu auch einfach zu bequem. ;-) Es gibt eine recht einfache Methode Festplatten die ihren RDB "vergessen" haben wieder herzustellen, sofern die Elektronik der Platte und der Controller nicht defekt sind. Dazu bedarf es der Vorbereitung...

Wer ?ber eine registrierte Version des Tools "RDB-Salv" von Angela Schmidt verf?gt (z.B. auf der 'Amiga Repair Kit'-CD), kann sich die Arbeit von dessen Funktion 'Retten' erledigen lassen. Dies liest die im Folgenden beschriebenen Daten aus dem RDB heraus und bietet die M?glickeit diese entweder als ASCI-Text oder als Sicherheitskopie des originalen RDB abzuspeichern. 'Retten' kann im Fall der F?lle die letzte Rettung sein. Meiner Erfahrung nach, funktioniert das Zur?ckschreiben eines zuvor gesicherten RDB bei Festplatten ?ber 4GB nicht immer 100%ig. Zudem gab es Probleme mit alternativen Filesystemen, zumindest auf meinem System. Daher kann ich nur empfehlen, die Daten auch als ASCII-Text zu sichern ('Ergebnisse speichern unter...) und nach M?glichkeit auszudrucken. Das gibt einem die M?glichkeit, die Daten von Hand in der HDToolBox (HDInstallTools/SCSIConfig) einzutragen. Damit ist man in der Regel immer auf der sicheren Seite, vorausgesetzt es liegt kein HW-Schaden an Festplatte oder Rechner vor.

Wer kein RDB-Tool zur Hand hat, man findet diverse Programme dieser Art auch im Aminet, sollte sich die notwendigen Daten aufschreiben. Welche das sind und wie man herankommt, beschreibe ich nun an Hand der HDToolBox.

W?hle eine Festplatte in HDToolBox aus und notiere f?r jede Deiner Fesplatten folgende Daten f?r jede Partition (Anm: Bei SCSI-Festplatten das ToolType DEVICE auf den entsprechenden Treiber einstellen, z.B. DEVICE=bilzzppc.device f?r den SCSI-Hostadapter der BlizzardPPC-Karten.):

Mit einem Klick auf "Partition Drive" gelangst Du in den Bereich zur Einrichtung der Festplatte.

Klicke nun auf "Advanced Options", um alle Informationen zu den einzelnen Partitionen sehen zu k?nnen. Notiere von jeder Partition die Werte f?r 'Start Cyl:', 'End Cyl:', 'Buffers', 'Bootable' und 'Bootpriority:'.

Klicke anschlie?end auf "Change".

Es erscheinen die Angaben zum FileSystem. Notiere den Namen des FileSystems und die Werte f?r 'Mask', 'MaxTransfer' und 'File system block size:'. Sollten die verschiedenen Partitionen hier unterschiedliche Werte haben, notiere diese Werte f?r jede Partition gesondert. Wer das FastFileSystem (FFS) verwendet, mu? nur auf 'File system block size' achten, da die anderen Werte f?r FFS von der SW gesetzt wurden. Bei Anwendern von alternativen Filesystemen (wie hier PFS2) sind die Werte f?r 'Mask' und 'File system block size' sehr wichtig.

Wechsele mit einem Klick auf "Cancel" zur Partitionierung zur?ck.

Falls Du ein anderes Filesystem verwendest als das FastFileSytem, klicke nun auf "Add/Update..."

Es erscheint der Eintrag f?r das/die verwendete/n Filesystem/e. Notiere den Wert unter der Bezeichnung 'Identifier'. Dies ist wichtig, da bei alternativen Filesystemen dieser Wert nicht von der SW eingelesen wird. Er mu? bei der Installation des FS von Hand eingetragen werden. Im Falle einer defekten Festplatte sind evtl. auch Anleitungen nicht verf?gbar, die ?ber diesen Wert informieren. Filesysteme befinden sich immer im Verzeichnis L: der Bootpartition.

Beende HDToolBox, indem Du zweimal auf "Cancel" und einmal auf "Exit" klickst.


Nun bist Du in der Lage, Deine Festplatten jeder Zeit wieder verf?gbar zu machen. Immer vorausgesetzt es liegt kein HW-Schaden vor. Sicher ist es einfacher und bequemer ein Backup des RDB zu sichern, aber wenn alle Stricke rei?en, l??t sich so Schaden noch abwenden. Wer garkeine M?glichkeit hat umfangreiche Backups seiner Festplatte/n zu erstellen, f?r den ist dies der Einzige Weg nach einem Plattencrash wieder an seine Daten zu gelangen.

Letzte Änderung des Artikels: 2007-05-09 16:57
Revision: 1.0

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